In meinem letzten Blogartikel habe ich die SMART-Formel nach George T. Doran erläutert – ein bewährtes Instrument, um Ziele klar zu definieren und die Umsetzung zu erleichtern. In diesem zweiten Teil geht es darum, Ziele kreativ entwickeln zu können, ohne die Umsetzbarkeit aus dem Blick zu verlieren: mit der Walt-Disney-Strategie.
Ziele kreativ entwickeln (Teil 2)
Der Visionär und Perfektionist Walt Disney ist der Namensgeber dieses Modells. In einem Interview mit Robert Dilts beschrieb er seine Arbeitsweise: drei unterschiedliche Denkrollen – der „Träumer/Visionär“, der „Realist“ und der „Kritiker“.
Saß er auf dem Stuhl des Visionärs, war es nur erlaubt,
- kreativ zu sein,
- Visionen zu entwickeln,
- Ideen und Lösungen zu sammeln,
- eine positive Grundhaltung einzunehmen und alles zuzulassen.
War er mit diesen Gedankengängen fertig, wechselte er auf den Stuhl des Realisten. Hier war es nur erlaubt, auf der Basis der Ideen des Visionärs mit Logik und Realismus
- konkrete Schritte zur Umsetzung zu entwickeln (Plan),
- zu sammeln, was zur Realisierung benötigt wurde,
- die Aufgabenverteilung vorzunehmen,
- die Kosten zur Realisierung zu ermitteln.
War auch diese Perspektive abgeschlossen, setzte er sich auf den Stuhl des Kritikers. Hier war es nur erlaubt, als Reaktion auf den Realisten
- Bewertungen durchzuführen,
- Risiken und Gefahren zu erfassen,
- Bedrohungen anzudenken,
- Schwachstellen zu suchen und
- Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.
Er wechselte Stühle und Rollen so lange, bis er auf allen drei Stühlen zufrieden war. Er führte eine räumliche und zeitliche Trennung durch, um Störungen im Ablauf zu vermeiden und sich jeweils auf eine Sichtweise einlassen zu können. Innerhalb seines Unternehmens richtete er später entsprechende Räume für seine Mitarbeitenden ein. So übertrug Walt Disney seine Arbeitsweise auf sein gesamtes Team.

Sie sind herzlich eingeladen, diese Methode einmal auszuprobieren. Im nächsten Blog zeige ich Ihnen die Übertragung der Walt-Disney-Strategie auf eine Selbstcoachingvariante.
Bei Fragen oder dem Wunsch nach konkreten Impulsen melden Sie sich jederzeit gern. Und wie immer gilt:
Go for it,
Ihre Krisenmanagerin

