Selbstcoaching für Zielerreichung | Selbstmanagement (Teil 3)
Im März haben Sie in meinem Blog die Walt-Disney-Strategie als Methode der Zieldefinition kennengelernt. In diesem dritten Teil zeige ich Ihnen nun eine Selbstcoaching-Variante, mit der Sie diese Methode eigenständig anwenden können. Ziel ist es, Selbstcoaching für Zielerreichung konkret, strukturiert und praktikabel zu gestalten.
Selbstcoaching für Zielerreichung mit der Walt-Disney-Strategie
Für diese Übung benötigen Sie vier Stühle. Drei Stühle stehen jeweils für eine Rolle: Visionär, Realist und Kritiker. Der vierte Stuhl nimmt eine Meta-Position ein und dient dem bewussten Ein- und Ausstieg in den Prozess.
Begeben Sie sich zunächst in die Meta-Position und wählen Sie ein Ziel oder Thema, mit dem Sie sich beschäftigen möchten.
Anschließend setzen Sie sich auf den Denkstuhl des Visionärs und beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Fragen:
- Welcher optimale Zustand wird angestrebt?
- Welche Argumente sprechen dafür?
- Wie könnte eine Lösung aussehen?
- Welche Lösungsideen gibt es?
- Welche Vision nehmen Sie wahr?
- Welche Möglichkeiten eröffnen sich?
Danach wechseln Sie auf den Platz des Realisten. Hier geht es darum, den zuvor entwickelten Entwurf realistisch umzusetzen.
- Was müsste konkret geändert werden?
- Welche Ressourcen sind erforderlich?
- Was kostet die Umsetzung?
- Wer macht was, mit wem, bis wann?
- Wie sieht ein realistischer Umsetzungsplan aus?
- Was wäre zusätzlich hilfreich für die Umsetzung?
Anschließend nehmen Sie den Platz des Kritikers.
- Welche Konsequenzen ergeben sich?
- Welche Risiken sind erkennbar?
- Was fehlt noch?
- Was könnte verbessert werden?
- Welche Schwachstellen oder Fehler sind zu erkennen?
Nach dem ersten Durchgang beginnen Sie einen zweiten Durchlauf – erneut mit dem Visionär. Die Erkenntnisse aller Rollen fließen ein und werden weiterentwickelt. Halten Sie Ihre Gedanken und Ergebnisse unbedingt schriftlich fest.
Ich lade Sie herzlich ein, dieses Selbstcoaching für Zielerreichung an einem persönlichen Ziel auszuprobieren. Melden Sie sich gern jederzeit, wenn Sie Unterstützung wünschen.
Derweil wünsche ich Ihnen viel Freude und wertvolle Erkenntnisse.
Go for it,
Ihre Krisenmanagerin
Ziele kreativ entwickeln | Selbstmanagement (Teil 2)
In meinem letzten Blogartikel habe ich die SMART-Formel nach George T. Doran erläutert – ein bewährtes Instrument, um Ziele klar zu definieren und die Umsetzung zu erleichtern. In diesem zweiten Teil geht es darum, Ziele kreativ entwickeln zu können, ohne die Umsetzbarkeit aus dem Blick zu verlieren: mit der Walt-Disney-Strategie.
Ziele kreativ entwickeln (Teil 2)
Der Visionär und Perfektionist Walt Disney ist der Namensgeber dieses Modells. In einem Interview mit Robert Dilts beschrieb er seine Arbeitsweise: drei unterschiedliche Denkrollen – der „Träumer/Visionär“, der „Realist“ und der „Kritiker“.
Saß er auf dem Stuhl des Visionärs, war es nur erlaubt,
- kreativ zu sein,
- Visionen zu entwickeln,
- Ideen und Lösungen zu sammeln,
- eine positive Grundhaltung einzunehmen und alles zuzulassen.
War er mit diesen Gedankengängen fertig, wechselte er auf den Stuhl des Realisten. Hier war es nur erlaubt, auf der Basis der Ideen des Visionärs mit Logik und Realismus
- konkrete Schritte zur Umsetzung zu entwickeln (Plan),
- zu sammeln, was zur Realisierung benötigt wurde,
- die Aufgabenverteilung vorzunehmen,
- die Kosten zur Realisierung zu ermitteln.
War auch diese Perspektive abgeschlossen, setzte er sich auf den Stuhl des Kritikers. Hier war es nur erlaubt, als Reaktion auf den Realisten
- Bewertungen durchzuführen,
- Risiken und Gefahren zu erfassen,
- Bedrohungen anzudenken,
- Schwachstellen zu suchen und
- Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.
Er wechselte Stühle und Rollen so lange, bis er auf allen drei Stühlen zufrieden war. Er führte eine räumliche und zeitliche Trennung durch, um Störungen im Ablauf zu vermeiden und sich jeweils auf eine Sichtweise einlassen zu können. Innerhalb seines Unternehmens richtete er später entsprechende Räume für seine Mitarbeitenden ein. So übertrug Walt Disney seine Arbeitsweise auf sein gesamtes Team.

Sie sind herzlich eingeladen, diese Methode einmal auszuprobieren. Im nächsten Blog zeige ich Ihnen die Übertragung der Walt-Disney-Strategie auf eine Selbstcoachingvariante.
Bei Fragen oder dem Wunsch nach konkreten Impulsen melden Sie sich jederzeit gern. Und wie immer gilt:
Go for it,
Ihre Krisenmanagerin
Ziele definieren und umsetzen | Selbstmanagement (Teil 1)
Ziele definieren und umsetzen
Gerade gegen Ende eines Jahres oder zu Beginn eines neuen setzen wir uns gern Ziele: im privaten Bereich als Vorsätze, im beruflichen Kontext als Vorhaben. Häufig bleibt jedoch offen, ob wir diese Ziele tatsächlich erreichen. Wer Ziele definieren und umsetzen möchte, steht genau an diesem Punkt vor der entscheidenden Frage.
Woran liegt das?
Abgesehen davon, dass wir uns zunächst ehrlich fragen sollten, ob wir ein Vorhaben wirklich und wahrhaftig anstreben – also intrinsisch motiviert sind –, scheitert die Umsetzung häufig daran, dass Ziele zum falschen Zeitpunkt oder unklar formuliert und gesetzt werden.
Ein bewährtes Instrument, um Ziele klar zu formulieren und die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung deutlich zu erhöhen, ist die sogenannte SMART-Formel. Sie hilft dabei, Ziele nicht nur zu definieren, sondern sie auch tatsächlich umzusetzen.
In diesem Blog stelle ich diese Methode bewusst noch einmal vor. Auch wenn sie vielen bekannt ist, erlebe ich in der Praxis immer wieder, wie wirksam sie ist, wenn es darum geht, Ziele zu definieren und umzusetzen.
Ziele definieren und umsetzen mit der SMART-Formel
Bei der SMART-Formel stehen die fünf Buchstaben jeweils für einen Aspekt, den ein Ziel erfüllen sollte, um konkret, überprüfbar und erreichbar zu sein:
S = spezifisch
M = messbar
A = attraktiv
R = realistisch
T = terminiert
Neben diesen Kriterien gibt es weitere wichtige Schritte, die bei der Zielformulierung beachtet werden sollten, um Ziele nicht nur zu planen, sondern sie auch konsequent umzusetzen. In der Praxis werden diese Aspekte häufig unterschätzt oder ganz übersehen.
Ein möglicher Ablauf:
- Formulieren Sie das Ziel im Präsens – so, als hätten Sie es bereits erreicht.
- Das Ziel sollte spezifisch und konkret sein (z. B. „Ich bin die Leitung des XY-Teams.“).
- Es sollte messbar formuliert werden, um Fortschritt und Zielerreichung überprüfen zu können.
- Das Ziel sollte attraktiv sein, um intrinsische Motivation zu fördern – emotional wie sachlich.
- Es sollte realistisch sein: ambitioniert, aber erreichbar.
- Ein klares Zieldatum ist essenziell, um Umsetzung zu sichern.
- Formulieren Sie das Ziel in der Ich-Form.
- Vermeiden Sie Wenn-Dann-Konstruktionen.
- Das Ziel sollte aus eigener Kraft erreichbar sein.
Auf den ersten Blick wirkt diese Vorgehensweise möglicherweise aufwendig. Mit etwas Übung wird sie jedoch schnell zur Routine – und entfaltet eine hohe Wirkung. Wer Ziele definieren und umsetzen will, profitiert erheblich von dieser Klarheit.
Die SMART-Formel ist kein Garant für Zielerreichung, aber sie bringt Sie einen wesentlichen Schritt näher an ein klar formuliertes und realistisch umsetzbares Ziel.
Welche weiteren Methoden die Zielumsetzung unterstützen und wie alternativ oder ergänzend vorgegangen werden kann, beschreibe ich im nächsten Blogartikel.
Bei Fragen oder dem Wunsch nach konkreten Impulsen melden Sie sich jederzeit gern.
Go for it,
Ihre Krisenmanagerin



