Selbstmanagement und Organisation – wie definiere ich Ziele und bringe sie in die Umsetzung? (Teil 1)

Vor allen Dingen gegen Ende eines Jahres, zumindest aber am Anfang eines solchen, setzen wir uns gern Ziele im privaten Bereich in Form von Vorsätzen, im beruflichen Kontext als Vorhaben. Dabei bleibt zumeist offen, ob wir diese Ziele – egal ob Vorsatz oder Vorhaben – erreichen werden.

Woran liegt das? 

Abgesehen davon, dass wir uns zunächst fragen sollten, ob wir das Vorhaben wirklich und wahrhaftig anstreben, also intrinsisch motiviert sind, scheitert die Umsetzung oftmals daran, dass das entsprechende Ziel generell zum falschen Zeitpunkt oder aber auch generell falsch formuliert und gesetzt wurde.

Ein probates Mittel zur Definition von Zielen, die darüber hinaus eine grundsätzlich höhere Wahrscheinlichkeit der Umsetzung haben, beschreibt die sogenannte SMART – Formel.

In diesem Blog stelle ich genau diese Formel – die möglicherweise bereits bekannt ist – noch einmal vor, da ich sie für probat und praktikabel halte und noch einmal in den Fokus rücken möchte:

Ziele definieren nach der SMART – Formel

Bei der SMART – Formel stehen die fünf Buchstaben jeweils für einen bestimmten Aspekt, den das formulierte Ziel umfassen sollte, um es konkret zu beschreiben und erreichbar zu machen:

S = spezifisch
M = messbar
A = attraktiv
R = realistisch
T = terminiert

Neben der Fokussierung der genannten Aspekte ist es jedoch wichtig, ergänzende Schritte bei  der Zielformulierung zu beachten, um die Umsetzung des angedachten und geplanten Ziels zu erreichen. Diese werden in der Praxis leider häufig übersehen oder vergessen.

 Hier ein möglicher Ablauf:

  1. Die Zielformulierung sollte im Präsenz erfolgen. Wir „tun“ also grammatikalisch so, als hätten wir es bereits erreicht.
  2. Das Ziel sollte spezifisch sein, also konkret. (Bsp.: „Ich bin die Leitung des XY- Teams.“ Oder „Ich bin schlanker.“)
  3. Weiterhin sollte es messbar sein, damit wir die Erreichung so konkret wie möglich machen. (Bsp.: „Ich trage die Verantwortung für 10 Mitarbeiter.“, “Ich bin 10 kg leichter.”)
  4. Das zu beschreibende Ziel sollte attraktiv sein, damit wir auch wirklich motiviert sind, es anzustreben und zu erreichen. Je attraktiver, desto höher ist unsere intrinsische Motivation. Ein weiterer Grund für die höhere Motivation ist, dass es nicht nur sachlich, sondern auch emotional anspricht.
  5. Das Ziel sollte darüber hinaus auch realistisch sein. Natürlich dürfen Ziele groß sein, aber eben erreichbar. Je realistischer die Formulierung, desto besser ist es umzusetzen.
  6. Viele Zielerreichungen scheitern daran, dass sie nicht terminiert wurden. Ein Beispiel sind die vielen unerreichten Vorsätze zu Beginn eines Jahres. Sie verlaufen häufig wieder im Sande. Das bedeutet, jedes gut formulierte Ziel sollte ein Zieldatum beinhalten. (Bsp.: „Am 31. März 2022 verantworte ich das Team XY.“, “Am 1. September 2022 wiege ich 10 kg weniger.“)
  7. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die ICH – Formulierung. Denn natürlich will ICH das Ziel erreichen und niemand anders.
  8. Auch sollte die Zielerreichung unabhängig von Bedingungen sein. Also keine „wenn – dann“ – Verknüpfung beinhalten. Damit würden wir uns zu abhängig von dem wenn“ – Ereignis machen, das möglicherweise sogar außerhalb unseres Einflussbereiches liegt.
  9. Und schließlich sollte das Ziel ohne fremde Hilfe bzw. Unterstützung, also aus eigener Kraft erreichbar sein. Sonst begeben wir uns in eine möglicherweise ungünstige Abhängigkeit.

Zunächst sieht es möglicherweise so aus, als müsste für jedes Ziel so relativ viel Zeit eingeplant werden. Dem ist nicht so. Eventuell bedarf es am Anfang etwas mehr Konzentration. Ist die Anwendung aber einmal eingeübt, geht es sehr zügig. Jedoch um so wirkungsvoller.

Natürlich beschreibt die SMART – Formel keinen Garanten für die Zielerreichung und -umsetzung, aber sie bringt uns zumindest einen wesentlichen Schritt näher ans konkrete Ziel.

Was noch zu beachten ist,  wie eventuell alternativ vorgegangen werden kann und was wir möglicherweise kumulativ flankierend tun können, beschreibe ich in meinem nächsten Blogartikel.

Bei Fragen oder Wunsch nach konkreten Impulsen, melden Sie sich jederzeit gern. Und wie immer gilt:

Go for it,
Ihre Krisenmanagerin

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