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Kommunikatives Arbeiten im Online-Setting: Teil 4

Hallo in die Runde und alles Gute für ein fröhliches und gesundes Jahr 2022!

Und natürlich herzlich Willkommen im vierten Teil der Blogserie zum „Kommunikativen Arbeiten im Online-Setting“, bei dem ich noch einmal auf einige Besonderheiten bei den verschiedenen Kommunikationsebenen – tonal und non-verbal, Gestik sowie Mimik eingehen werde.

Diesmal habe ich Euch auch eine kleine Übung hinzugefügt und lade Euch herzlich ein, diese einmal auszuprobieren. Gebt doch mal ein Signal, ob es bei Euch gut funktioniert hat.

NonverbaleKommunikation

Mimik:

Es hilft, wenn der / die Sprecher/in freundlich schaut. Ein offenes Lächeln am Anfang schafft eine Verbindung zum Publikum. Selbst wenn es am Anfang noch nicht so ganz von Herzen kommt, sobald ein freundlicher Mensch zurücklächelt – und das wird vorkommen! – hat man eine Brücke zum „Publikum“ geschafft und die Verbindung ist da. Lächeln soll allerdings nicht zum Dauergrinsen verkommen.

Blickkontakt:

Gar nicht zu überschätzen ist der Blickkontakt – er bindet die Zuhörerschaft mit ein. Mit sicherem Blickkontakt wirkt man als Sprecher sicher und glaubwürdig. Blickkontakt zeigt Wertschätzung und hilft den Zuhörern, dass sie sich als Individuen wahrgenommen fühlen. Außerdem kann man als Sprecher die nonverbalen Regungen des Gegenübers nur wahrnehmen, wenn man ihn oder sie im Blick hat. Zudem ‚fordert‘ Ihr durch Blickkontakt geradezu die Aufmerksamkeit der Zuhörer.

Allzu bohrende Blicke bedrängen das Gegenüber und zu flüchtiges Hin- & Herschweifen vermittelt eher Unsicherheit und eben gerade nicht ein Ernst-Nehmen des Gesprächspartners oder Zuhörers.

Gestik:

Gesten gehören zu unserem normalen Gesprächsverhalten, also wäre es geradezu unnatürlich, sie bei Videokonferenzen wegzulassen!

Gesten sollen das Gesagte untermauern und nicht konterkarieren. Zwischen den Gesten sollten die Hände auch wieder in der Ruhehaltung verweilen, ansonsten wirkt der Einsatz von Händen und Armen schnell wie „Gefuchtel“ und lenkt eher vom Inhalt ab, anstatt diesen zu unterstreichen.

Körperhaltung:

Wenn möglich, steht bei Videokonferenzen. Im Stehen habt Ihr viel mehr Kontrolle über das, was passiert, allein dadurch, dass Ihr aufrecht seid, habt Ihr in Eurem Auftreten schon mehr Wirkung. Verlagert Euer Gewicht nicht von einem Bein auf das andere, das wirkt leicht wie „Geschaukel“ und macht die Zuhörer eher nervös bzw. lenkt vom Gesagten ab.

Ein kleiner Schritt zum „Publikum“ oder zum Medium Videokamera kann das Gesagte gut unterstreichen. Ihr solltet allerdings nicht auf-und ab Laufen, auch das wirkt sehr unruhig und lenkt ab.

TonaleKommunikation

Stimme:

Das Handwerkszeug schlechthin beim Sprechen ist unsere Stimme! Und wie jedes Handwerkszeug will dieses gut gepflegt sein und nicht achtlos in die Ecke geworfen werden. Der Grundpfeiler der Stimme ist der Atem, der uns natürlich täglich begleitet und ganz automatisch funktioniert.

Gezielt können wir den Atem einsetzen und die Stimme kräftiger werden zu lassen – und auch, um Nervosität unter Kontrolle zu bringen, denn wer ruhig atmet, kann nicht aufgeregt sein.

Übung„Bewusste Bauchatmung“

Regelmäßiges Atmen macht Deinen Körper ruhig. Deshalb ist es wichtig, im Alltag immer wieder darauf zu achten, bewusst in den Bauchraum langsam einzuatmen. Gewöhnt Euch einen Zählrhythmus an. Langsam beim Einatmen bis vier zählen und anschließend wieder beim Ausatmen langsam bis vier zählen.

Legt oder setzt Euch ganz bequem hin. Legt beide Handflächen auf Eure Bauchdecke. Die Mittelfinger berühren sich leicht. Richtet nun Eure Aufmerksamkeit nach innen, auf Euren Körper. Schließt die Augen und nehmt Euren Körper von innen heraus wahr: den Leib, den Rücken, die Arme, die Hände, die Beine, die Füße. Richtet nun die Aufmerksamkeit auf Euren Atem. Beobachtet ganz bewusst das Ein- und Ausströmen Eures Atems. Beim Einatmen hebt sich die Bauchdecke und beim Ausatmen senkt sie sich wieder. Die Mittelfinger gehen beim Einatmen auseinander und berühren sich bei Ausatmen. Stellt Euch einen Ballon vor. Beim Einatmen bläht sich der Ballon weit auf, beim Ausatmen fällt er vollkommen in sich zusammen. Lasst Euren Atem ganz natürlich laufen. Achtet nur darauf, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Gedanken, die Euch ablenken, ziehen langsam vorbei, wie die Wolken am Himmel. Immer wieder kehrt Eure Aufmerksamkeit zu Eurer Bauchdecke zurück. (ca. zwei Minuten). Nach dem nächsten Ausatmen richtet Ihr Eure Aufmerksamkeit wieder nach außen. Ballt Eure Hände zu Fäusten und reckt und streckt Euch.

Übung„Ruheatmung“

Die Ruheatmung ist ein hervorragendes Mittel, um sich in akuten Stresssituationen ruhig werden zu lassen. Ihr könnt sie vor jeder Herausforderung, vor unangenehmen Auseinandersetzungen, bei Lampenfieber, aber auch bei akuten Panikattacken anwenden. Wiederholt die Übung so lange bis Ihr eine deutliche Besserung spürt.

Die Besserung erfolgt auf alle Fälle. Die Erregung lässt deshalb nach, weil durch das Luft-Anhalten keine neue Energie zugeführt wird und deshalb auf die überschüssige Energie im Körper zurückgegriffen werden muss. Wichtig ist hierbei, dass Ihr die Luft nicht im eingeatmeten Zustand anhaltet. Ansonsten drohen Kopfschmerzen.

Atmet tief ein und aus. Wenn Ihr ausgeatmet habt, haltet die Luft an und beginnt, langsam von eins bis sechs oder zehn zu zählen.

Atmet nun wieder tief ein und aus. Wiederholt diese Atemübung für 2 bis 3 Minuten bzw. so lange, bis Ihr deutlich entspannter und ruhiger seid.

Gute Schauspieler „ölen“ die Stimme vor jedem Auftritt, Stimmübungen helfen sehr dabei die Stimme gut und kraftvoll zu erhalten, gerade wenn man viel sprechen muss. Und sowohl in Vorbereitung als auch während der Durchführungspausen einer Onlinemediation (hilft übrigens auch in Präsenz) helfen die Übungen, die Stimme satter werden zu lassen, was wiederum deutlich zu Ruhe und Entschleunigung führt, das Zuhören erleichtert und damit auf den Vertrauensaufbau einzahlt.

Lautstärke, Geschwindigkeit und Intonation

Ein Wechsel in Lautstärke, Geschwindigkeit und Betonung macht das Gesprochene lebhaft. Zu leises Sprechen macht nicht nur das Zuhören anstrengend, sondern vermittelt auch den Eindruck der Unsicherheit und macht Zuhörer ungeduldig.

Manche von uns sprechen bei Aufregung schneller als nötig oder haben Angst, nicht alle Punkte unter zu bekommen und „jagen“ daher fast durch das, was sie sagen wollen. Dabei wäre hier weniger mehr!

Die Geschwindigkeit an sich ist dabei gar nicht so sehr das Problem, sofern die Artikulation klar ist und Pausen gemacht werden – auf diese solltet Ihr unbedingt achten!

Denkt daran: Ihr wisst, was Ihr sagt, aber die Zuhörer müssen das erst nachvollziehen, sinnvolle Pausen sind daher für ein gutes Verständnis des Gesagten nötig und für die Zuhörer eine Verschnaufpause.

Fazit

Insgesamt funktioniert die Onlinemediation sehr gut. Sie ist grundsätzlich vergleichbar mit der Präsenzmediation. Wichtig ist, sich nicht verrückt zu machen und vor allen Dingen den Fokus nicht auf die Restriktionen zu legen, also alles das, was gefühlt präsent besser gehen könnte als online. Die Auswirkungen spüren die Teilnehmer*innen sofort und das wirkt unbeholfen, unprofessionell und wenig vertrauensvoll. Geht lieber in die Lösungsorientierung.

Natürlich ist nicht jede Mediation für die Onlinearbeit geeignet. Beispielsweise eine Mediation mit einem hohen Maß an Vertraulichkeit. Das Risiko, dass sich die Gegenseite einen Screenshot von geteilten Unterlagen macht, ist nicht zu verhindern und lediglich vertraglich abzusichern.

Habt vor allen Dingen Spaß an der Durchführung, idealerweise an der Technik gepaart mit Neugierde und lernt dazu in Sachen Kommunikation (vor allen Dingen nonverbal).

Viele unserer Medianden haben durch die Pandemie technisch ebenfalls dazu gelernt und wissen diese Variante des Mediationsverfahrens ebenso probat wie die Präsenzdurchführung.

Viel Erfolg und bei Fragen: meldet Euch gern jederzeit.

Go for it,
Eure Krisenmanagerin

Im November – Blog bin ich im Rahmen der Thematik „Kommunikatives Arbeiten im Online-Setting am Beispiel der Mediation“ insbesondere auf die einzelnen Phasen der Mediation und ihre Durchführbarkeit im Online-Setting eingegangen.

Jetzt im Dezember wenden wir uns den Prinzipien des Mediationsverfahrens zu und ich gebe Euch ein paar Impulse zur Professionalität in einer Videokonferenz.

Die Prinzipien

Auch bei den Prinzipien scheint die Online-Variante der Präsenzdurchführung in nichts nachzustehen. Auf den ersten Blick. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch die

„Vertraulichkeit“ ins Auge, die definitiv besonders hervorgehoben werden muss.

Im Onlinesetting können die Teilnehmer der Mediation – sowohl Medianden*innen als auch Mediatoren*innen – keinesfalls sicherstellen, dass die Parteien nicht Screenshots von geteilten Dokumenten anfertigen oder Aufzeichnungen auf der Tonspur beispielsweise mittels des Handys/Smartphones machen. Zumindest Fotografien von geteilten Unterlagen werden in der Präsenzvariante sicher nicht

„heimlich“ vorgenommen werden können. Möglicherweise eine Aufzeichnung der Tonspur. Dies ist jedoch mit Blick auf bisherige praktische Erfahrungen recht unwahrscheinlich.

Bedenken wir, dass die Vertraulichkeit der hoch sensiblen Daten, Fakten und sonstigen Informationen innerhalb einer Mediation bereits in der Präsenz den Medianden*innen Sorge bereiten, so trifft dies auf das Onlineformat mangels Kontrollmöglichkeit oder Restriktion erst recht und in erhöhtem Maße zu.

Bereits im Präsenzformat können wir die Vertraulichkeit nicht zu 100 Prozent zusichern, sondern nur versuchen, diese durch entsprechende vertragliche Regelungen zu gewährleisten. Online sind unsere Möglichkeiten deutlich begrenzter.

Hier liegt ein deutlicher Nachteil der Onlinemediation gegenüber der Präsenz- mediation, den wir bei der Vorbereitung und Planung des Mediationssettings im Auge behalten sollten.

Möglicherweise ist genau dieser Punkt entscheidend für die Wahl der Durchführung. So wird es Mediationssachverhalte geben, die „relativ unspektakulär“ auch online besprochen werden können, andere wiederum setzen ein derart hohes Maß an Vertraulichkeit voraus, dass tatsächlich der präsenten Veranstaltung der Vorrang zu geben ist. Im Ergebnis bleibt es eine Einzelfallentscheidung.

Ein weiterer möglicher Knackpunkt kann die Offenheit seitens der Teilnehmer sein.

Viele Mediatoren*innen berichten, dass sie sich ein vertrauensvolles Miteinander im Onlinesetting nur sehr schwer vorstellen können, da ein wesentlicher Teil der Körpersprache nicht zur Verfügung steht.

Dennoch kann auch online meiner Erfahrung nach sehr gut ein vertrauensvolles Miteinander geschaffen werden. Genau wie in der Präsenzveranstaltung bedarf es folgender Maßnahmen bzw. Handlungen:

  • Humor
  • Zugewandtheit
  • Authentizität
  • Empathie
  • Aktives Zuhören
  • Paraphrasieren
  • Entschleunigung
  • Metakommunikation (die Medianden sollten jederzeit verstehen, warum und wofür wir was machen)

• Persönliches seitens des Mediators*in regelmäßige Pausen Visualisierung Augenhöhe Respekt & Milde Stimme, Körperhaltung, Blickkontakt etc.

Nahbarkeit entsteht auch durch souveränes Auftreten. Dies wiederum wird durch Professionalität sowohl in der strukturellen Begleitung eines Mediationsverfahrens (fachlich strukturelle Sicherheit) als auch im Onlinesetting hervorgerufen.

Tipps für eine professionelle Selbstdarstellung in einer Videokonferenz

Videokonferenzen sind ein unentbehrlicher und relevanter Bestandteil unseres beruflichen Alltags (geworden). Nicht selten werden hierbei wichtige Anliegen besprochen und Entscheidungen getroffen.

Aus diesem Grund ist es zum Beispiel wichtig, dass die Technik funktioniert, der Sprecher*in gut zu sehen und zu verstehen ist und einem professionellen und erfolgreichem Auftreten somit nichts im Wege steht.

Kleidung

  • Angemessene Kleidung wählen
  • Gedeckte Farben tragen
  • Keine karierten/linierten Oberteile

Körperhaltung

  • Aufrecht und frontal zur Kamera sitzen
  • Wenn du einen verstellbaren Schreibtisch hast, stell dich hin, man klingt so lebhafter und stärker
  • Teil des Oberkörpers sollte sichtbar sein → ideal ist ein Bildausschnitt von einer Handbreit über dem Scheitel bis etwa Brusthöhe
  • Nach außen gerichtete Ellbogen verbreitern und lassen Dich souveräner wirken
  • In Richtung der Kamera schauen

Concealer / Abdeckstift kann bei Augenringen Abhilfe schaffen, Puder verhindert glänzende Stellen, die das Gegenüber ablenken

Sprache / Gestik / Mimik

  • Laut und deutlich sprechen
  • Untermalung durch Gestik (z.B. Hände) und Mimik
  • natürlich, nicht übertreiben
  • Auch mal lächeln  

Verhalten

  • Entspannen
  • Keine Hin-und-her- oder Auf-und-ab-Bewegungen, nicht „herumspielen“ (mit Kugelschreibern, Papieren, Brillen usw.)
  • Wenn du etwas am Rechner tust, nimmt Deine Gesprächspartner*in das wahr – informiere Dein Gegenüber „Ich suche gerade für Sie …“, „Ich mache mir kurz Notizen“

Einen ruhigen Raum wählen

  • Dieser sollte nicht leer stehen, da es sonst zu Hallgeräuschen kommt

Neutraler Hintergrund (wenn möglich), der nicht von Dir ablenkt

  • Einen virtuellen Hintergrund nutzen – kann auch als Werbefläche dienen

„We.Work.New. / #peoplemakeithappen…“

  • Aber Achtung: virtuelle Hintergründe beanspruchen die CPU des Rechners, sind bei hoher Leistung nicht zu empfehlen
  • Alternativ vermittelt ein strukturierter Raum mit wenigen Gegenständen im Hintergrund Ruhe und Professionalität
  • Ggf. auch ein gemütliches Büro im Hintergrund, das einladend wirkt. Tiefe erzeugt auch Wärme und das Gefühl, in einem Raum zu sitzen.
  • Mitbewohner*innen, Partner*in und Kolleg*innen mitteilen, dass man nicht gestört werden sollte

Ideal: für Licht von links, rechts und oben sorgen 3-Punkt-Ausleuchtung

  • LED-Panels oder eine Softbox mit Tageslichtfunktion können da Abhilfe schaffen

Beachte die richtige Lichtquelle:

  • Die Lichtquelle sollte nicht einseitig auf das Gesicht strahlen, da sonst ein Schatten auf der anderen Gesichtshälfte liegt
  • auf keinen Fall jedoch von oben, da so Schatten und Augenringe betont werden
  • Wenn möglich natürliches Tageslicht nutzen

Vermeide Gegenlicht

  • Setz dich nicht mit dem Rücken zu einem Fenster, denn das verdunkelt deine Gestalt und deine Mimik
  • Mische nicht Tageslicht und künstliches Licht – das lässt Dich gelblich wirken

Webcam wenn möglich auf Augenhöhe oder etwas über der eigenen Kopfhöhe platzieren

  • Nicht von unten filmen, sonst wirkt es, als würde man von oben-herab mit den anderen Teilnehmer*innen reden

Wird mit einem Laptop gearbeitet, diesen aufbocken: Mit Hilfe von Büchern, Laptop Ständer, Flex Desk

  • So sitzt man auch automatisch aufrechter, man sieht noch einen Teil des Oberkörpers

Mit einer externen Webcam hat man die Freiheit, die Position zu verändern, im Vergleich zu einer im Gerät verbauten Kamera

Regelmäßig in Richtung des Bildschirms mit aufnehmender Kamera schauen,

  • nur so haben die Mediand*innen das Gefühl, dass sie direkt angeschaut werden
  • wenig Blickkontaktzu anderen Teilnehmer*innen, auf das Handy schauen, wirkt unhöflich und unkonzentriert
  • Insbesondere, wenn Du mit zwei Monitoren arbeitest, achte darauf überwiegend der Kamera zugewandt zu sein und so wenig wie möglich in den anderen Bildschirm zu schauen

Mikrofon anpassen, nicht zu laut / leise (vorher testen)

  • Zu Beginn eventuell nachfragen, ob alle einen verstehen können
  • Am besten macht man vorher einen Testlauf mit einem/einer Kollegen*in oder nimmt sich selbst auf, um zu sehen, wie man klingt und ausschaut
  • Mikrofon ausschalten, wenn man längere Zeit nicht spricht, damit Hintergrund- und Echogeräusche / Rückkopplungen nicht stören können

Am besten ein Headset verwenden oder sogar ein externes (Stand- bzw. Ansteck-) Mikrofon

Nun wünsche ich Euch ganz viel Erfolg bei der praktischen Umsetzung. Meldet Euch bei Fragen jederzeit gern per eMail unter kontakt@ankestein.com.

Von Herzen wünsche ich Euch und Euren Familien alles Gute für die besinnliche Jahreszeit. Lasst es Euch gut gehen und Euch vor allen Dingen von den „Stürmen“ draußen nicht unter kriegen.

Ich freue mich auf Euch im Januar. Der Januarblog wird der dritte und zunächst letzte  dieser thematischen Serie sein. 

Alles Gute,

Eure Krisenmanagerin

Der zweite Teil der Reihe „Krisenkommunikation im Onlineformat am Beispiel der Mediation – kann das funktionieren?“ befasst sich mit dem Thema “Kommunikatives Arbeiten im Onlineformat” und soll einen Überblick über verschiedene Themen geben, die bei der Durchführung von Videokonferenzen und damit der Kommunikation in Onlinesettings zu beachten sind. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Durchführung von Onlinemediationen.

Dabei werden insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Präsenz- versus der Onlinedurchführung dargestellt und Themenbereiche angesprochen, die beachtenswert sind. Des Weiteren gebe ich praktische Hinweise zur erforderlichen Technik bzw. teile hier meine Erfahrungen.

Zur jeweiligen Vertiefung nach individuellem Gusto und Bedarf empfehle ich Sekundärliteratur. Dies zu folgenden Fragestellungen:

  • Kommunikation allgemein
  • Non-verbale Kommunikation
  • Fragetechniken
  • Webinartools (zur Förderung von Fokus und Konzentration)
  • Stimme 
  • Mediation (insgesamt)

Ausgangsbetrachtung

Ausgangslage der Betrachtung ist eine Mediation, die nach folgendem grundsätzlichen Aufbau geplant und durchgeführt werden soll:

  1. Kontaktaufnahme
  2. Vorbereitung
  3. Erstgespräch
  4. Themensammlung
  5. Interessenfindung
  6. Lösung
  7. Abschlussvereinbarung

Die Inhalte und Ziele der jeweiligen Phasen werden in diesem Blog als bekannt vorausgesetzt.

Die Phasen

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass sämtliche Phasen grundsätzlich auch online durchgeführt werden können. Keine Phase bedingt die persönliche Anwesenheit aller Beteiligten synchron in einem Raum. Die angegebene Reihenfolge und Struktur unterscheidet sich also im Vergleich von Online zu Präsenz nicht.

Die Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit hängt vielmehr von der grundsätzlichen Haltung aller Beteiligten (Offenheit, Freiwilligkeit, Lösungswille, etc.) sowie den fachlichen Kompetenzen des Mediators*in wie beispielsweise kommunikative Fähigkeiten (aktives Zuhören, Fragetechniken, etc.), Kompetenzen im Vertrauensaufbau, Intuition, Empathie, strukturelle Kenntnisse etc. ab. Alle genannten Aspekte sind bei erster Betrachtung unabhängig vom Format und können damit sowohl präsent als auch online angewendet werden.

Tatsächlich gibt es bei der Onlinedurchführung jedoch einige Punkte, die seitens des Mediators*in beachtet werden sollten. Auf diese wird folgend konkret eingegangen.

Technik

Bereits bei der Kontaktaufnahme sollte der Mediator*in sich mit der Frage beschäftigen, ob der an ihn herangetragene Konfliktfall für die Onlinedurchführung geeignet ist und darüber hinaus, ob die jeweiligen Konfliktparteien ebenfalls sowohl technisch als auch mental sowie von ihrer Haltung für die Onlinevariante ansprechbar sind.

Technisch haben sich folgende Videokonferenztools für die Durchführung von Teamsitzungen, Gesprächen, Workshops und auch Mediationen auf dem Markt etabliert:

  1. GoToMeeting
  2. FastViewer
  3. TeamViewer
  4. Cisco Webex
  5. Zoom
  6. Microsoft Teams
  7. Adobe Connect Meetings
  8. Skype
  9. Jitsi Meet
  10. etc.

Es gibt sicher noch einige mehr, jedoch sind die genannten die seitens unserer Kunden überwiegend genutzten Anbieter.

Je nach Software-Anbieter unterscheiden sich die Anforderungen an den Nutzer. So sind einige Videokonferenz-Softwares Browser-basiert und erfordern weder eine Installation noch einen Login für die Teilnehmer, während andere Tools Teil eines Programmpakets sind, was einen Download und teils auch eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert.

Bei der Auswahl bzw. Entscheidung für das persönlich geeignetste können folgende Aspekte relevant sein:

  • Hardware: Smartphone oder Desktop-Computer
  • Internetzugang (per WLAN) oder vorab erhaltene Einwahlnummer
  • Kamera (Smartphone-Kamera oder Webcam)
  • Möglichkeit, Ton abzuspielen (Lautsprecher oder Kopfhörer)

Wichtige Punkte, auf die Ihr beim Funktionsumfang für die Durchführung einer Mediation achten solltet, sind:

  • High-Definition- oder Low-Resolution-Videoqualität,
  • Höchstanzahl potenzieller Teilnehmer,
  • Funktion zum Teilen des Bildschirms,
  • Möglichkeit der gemeinsamen Arbeit an Dokumenten (bspw. Whiteboard),
  • Datenverschlüsselung und
  • Preis und Vertragsbindung.

Ich selber präferiere gerade für Mediationsverfahren ZOOM. 

Der große Vorteil ist, dass sich Zoom Meetings unkompliziert mit Deinem Kalender synchronisieren lässt. Die Videokonferenzen können lokal oder in der Cloud aufgezeichnet werden (Achtung!) und Bildschirme mehrerer Meeting-Teilnehmer lassen sich gleichzeitig teilen, was die Zusammenarbeit in Mediationen noch flexibler gestaltet.

Auch auf Smartphones können sich alle Teilnehmer bei diesem Anbieter leicht zuschalten und per Zoom Chat kommentieren, Gedanken auf einem Whiteboard sammeln und Dateien teilen. 

ZOOM bietet also alles, was wir Mediatoren*innen benötigen: eine gute Übersichtlichkeit, viele Teilnehmer-/Kameraeinstellungen auf einen Blick, Breakoutsessions, die ohne Vorbereitung spontan eingerichtet werden und die wir Mediatoren*innen spontan besuchen und wieder verlassen können sowie Warteräume. Daneben gibt es eine Chatfunktion und die Möglichkeit, dass jeder Teilnehmer der Sitzung seinen Bildschirm mit etwaigen Dokumenten freigeben kann. Darüber hinaus ist ZOOM weitgehend selbsterklärend.

Zoom kann als kostenlose Demo ausprobiert werden und lässt sich für knapp 14 Euro monatlich erwerben.

Somit ist das entsprechende Zertifikat kostengünstig und erschwinglich. Kunden müssen es sich nicht selber herunterladen, um teilzunehmen, und für sie entstehen darüber hinaus auch keine eigenen Kosten.

Natürlich ist es insgesamt für den Verlauf sowie Erfolg der Mediation entscheidend, dass die technische Hardware unserer Medianden*innen die Möglichkeit von Video und Audio bereithält (mir ist es tatsächlich schon passiert, dass jemand an einer Onlinemediation teilnehmen wollte, ohne dass sein Computer über Video und Audio verfügte). 

Selbstverständlich ist – wie zuvor erwähnt – grundsätzlich auch die Teilnahme mit einem Smartphone möglich, allerdings ist der entsprechende Teilnehmer dann aufgrund seiner kleinen „Bildschirmoberfläche“ stark eingeschränkt und kann beispielsweise immer nur ein Video eines anderen Teilnehmers gleichzeitig sehen. Davon ist also zumindest für den Kontext der Mediation ausdrücklich abzuraten.

Technisch ist zusätzlich eine stabile W-Lanverbindung zu erfragen. Es gibt kaum schlimmere Mediationssitzungen, bei denen das Internet regelmäßig hängt und so kein flüssiges Gespräch zustande kommen kann. Noch besser und durchführungssicherer ist häufig die LAN-Verbindung.

Neben den Hard- und Softwarevoraussetzungen sollten auch die angesprochenen Teilnehmer offen für den Umgang mit der Technik sein. Es macht keinen Sinn, wenn eine Konfliktpartei computerscheu ist oder sich vor dem Computer schlichtweg unwohl fühlt. Denn im Gegenteil kann einer der großen Vorteile der Onlinemediation ja gerade die so erreichte räumliche Distanz der Konfliktparteien untereinander sein sowie die Idee, dass jeder Teilnehmer*in sich an „seinem“ Wohlfühlort aufhält, anstatt eines fremden Büro`s oder Besprechungszimmers. Dies kann sich über ein gesteigertes Wohlbefinden in gefühlter Sicherheit ausdrücken, die den Mediationsverlauf erheblich vereinfachen kann.

In jedem Fall sollte also während der Vorbereitungsphase sowohl die technische Seite als auch das persönliche Befinden der Konfliktparteien gegenüber einer Onlinedurchführung abgefragt werden.

Für die Sammlung von Themen, Interessen und Lösungen kann grundsätzlich das Whiteboard von ZOOM genutzt werden, jedoch bietet es aus meiner Sicht zu wenig Möglichkeiten. Die notierten Punkte sind nicht verschiebbar und auch die Veränderung von Farben und Schriftgrößen ist sperrig. Besser ist die Nutzung folgender Tools:

Dabei ist das Conceptboard insofern hervorzuheben, als es eine deutsche Plattform ist, die auch DSGVO-konform ist. Damit erhöht sie das Gefühl für Datenschutz und Vertraulichkeit einerseits und wird tendenziell im deutschen Sprachraum auch dem Gusto der Kunden entsprechen.

Natürlich könnten über Bildschirmteilung und damit nur seitens des Mediators*in beschreibbar

  • WORD
  • Powerpoint

für die Sammlung von Punkten angewendet werden. Alle Dokumente lassen sich unkompliziert später bei beispielsweise Conceptboard hochladen.

Für Stimmungsabfragen bietet ZOOM eine Vorrichtung, alternativ könnte kostenlos Mentimeter verwendet werden.

Damit sind wir mit dem Novemberblog am Ende angelangt und ich freue mich auf Hinweise durch Euch, natürlich auch konkrete Fragen, aber auch Eure Erfahrungswerte. Lasst uns von einander lernen! Schließlich lebt die Mediation ja von der Kommunikation ;-)

Im Dezember setze ich hier fort. Ich freue mich auf Euch.

Go for it
Eure Krisenmanagerin